SAMSTAG 14 MÄR 2009, HALLUZINIERENDER SATZBAU RULES OK
MADAME CLAUDE 20:30 KONZERT Boy from Brazil and Hallucination Girl, Jon Kenner, Yugo Solo DJ
Ein Traum: Der Junge aus Brasilien kommt in den kleinen Club in X-berg. Da wo die Möbel unter der Decke hängen. Ein Mädchen sitzt am Tisch. Oben, unter der Decke. Er streift seinen goldenen Umhang von den Schultern, greift sich das dildoförmige Mikrofon und widmet dem Mädchen das nächste Lied. Sie fällt herunter. Direkt neben ihn. Auf die Bühne. Die Show hat begonnen. Aber wie das mit Träumen eben meistens so ist...es bleibt ein Traum, denn die für heute angekündigte Boy from Brazil & Hallucination Girl Show ist leider gecancelled.
Aber wir würden den Scheiss ja nicht trotzdem empfehlen und nur darüber schreiben um Bescheid zu sagen das ihr wegen uns schon wusstet dass nicht passiert von dem alle dachten dass es passiert, um euch die Möglichkeit zu geben Besserwisserbescheidzuwissen, sondern vorallem weil das was vom Abend bleibt vielleicht sogar besser ist, als das was ihr verpasst bzw nicht verpasst da ihr ja nun wisst dass ihr nichts verpasst und trotzdem echt voll viel Spass haben könnt mit Jon Kenner. Kenner for Kenner quasi...
SAMSTAG 14 MÄR 2009, ICH HAB NOCH EIER IN BERLIN
BANG BANG CLUB 21:00 KONZERT+PARTY BASS BALLS NIGHT! Humanzi, The Virgin Tongues, Mueran Humanos, DJ Eliza Foxxx
Ja is denn schon Ostern? Dicke Eier wo man hinsieht... Humanzi servieren die Irland/Berlin Variante. In heissem Guiness hart gekocht und mit ner roten Weisse runtergekippt. Die Virgin Tongues schiessen Löcher durch, pusten den Siff raus und hängen sie hoch. Call it Cowboy-Deko. Murean Humanos legt quasi Argentinische Eier ins Berliner Nest. Weiss der Himmel was das heisst und was draus wird.
FREITAG 13 MÄR 2009, IN 18 JAHREN WURDE EIGENTLICH ALLES SCHON GESAGT
TRESOR 24:00 PARTY DATAPUNK LABEL NIGHT Mike Väth (Datapunk), Frank Kusserow (Datapunk), Kazim Aprendiz (Datapunk), T.u.a.v (Datapunk), Sweet’n Candy (Datapunk)
Deshalb geht einfach (heute schon) hin und tanzt den Tresor, tanzt den Geburtstag, tanzt den Anthony Rother, klatscht in die Hände und tanzt die Datapunker.
SAMSTAG 28 FEB 2009, EINFLÜSSE? SEKT AUF EIS!
MONARCH 21:00 KONZERT Tex & Erobique
So mag ich das. Passiert eh viel zu selten. Platz für Improvisationen. Luft zum Atmen und/oder Furzen. Kein Konzept, keine Richtung, keine Proben. Meyer orgelt und Strzoda trommelt. Und immer alles schön mitschneiden. Dann wird irgendwann auch nen Schuh draus. Und der wird heute vorgestellt. Ui! Meyer das olle internationale Pony orgelte sich bereits vor 10 Jahren oder so im Kasseler Arm in mein Herz. Seitdem mag ich seine Musik und seinen Bauch. Beides wurde mit der Zeit immer größer. Strzoda is auch nen alter Bekannter, ohne jedoch wirklich bekannt zu sein. Er belustigte uns alle bereits auf der ersten Studio Braun und trommelte bei Begemann und Schamoni und Dorau und den Sternen und den Go-Betweens und anderen...aber: Drummer, wer kennt schon Drummer...Tja und nu, ganz nah, im Monarchen, zum anfassen und garantiert NICHT mitsingen. Boogiiee Ooogiiee Ooogiee...
Hätte ich heute nochmal Geburtstag, ich würd`s all meinen Freunden schenken!
SAMSTAG 28 FEB 2009, NEONFÄDEN UM DIE GANZE WELT GESPANNT
KITKATCLUB 23:00 PARTY 15 JAHRE KITKATCLUB - GEBURTSTAGSPARTY Hardy Heller, Drama Nui, Clark Kent, Johann de Beers
Ok, wollt Ihr Geschichten? Wissen, was auf dem runden, hängenden Drehsofa passierte? Oder wer sich mit wem auf dem Gitterbett vergnügte? Hinter der Theke oder vor der Theke? Oder direkt auf der Tanzfläche, in der Glogauer, am Nollendorfplatz oder in der Bessemer? Nee, nee Freunde, so läuft das nicht. 15 Jahre hattet Ihr Zeit Eure eigenen Erfahrungen zu machen. Mal zu erleben, wie sich eine Feiercrowd anfühlt, die nicht nach Stil, Herkunft, Kleidung, Frisur oder Brieftasche sortiert wird, sondern nach dem Leuchten im Auge, dem offenem Lachen im Gesicht oder dem nervösem, schüchternem Lächeln der Neuankömmlinge. Aber es ist nicht zu spät. Seit sich in den Räumen des nicht minder legendären Sage Clubs ein neues Zuhause gefunden hat, können wir uns hoffentlich auf viele viele weitere Nächte und Tage im Neonlicht freuen. Deshalb lasst uns danken, dem Mann mit der Vision und der Frau die diese Nacht für Nacht persönlich ermöglicht und umsetzt. Und den Residents, die auf die meistens Trends einfach scheissen. Simon und Kirsten und Angie! Halleluja!
PS: Einen persönlichen ganz lieben Dank auch nochmal an Mr. Doorman, dessen Namen ich immer wieder vergesse, dass er meine Mutter angerufen hat, der schlaue Fuchs, um ihr zu sagen das mein Handy bei ihm an der Kasse abzuholen sei. Dummerweise wurde es letzte Woche schon wieder gezockt...)
FREITAG 27 FEB 2009, NOCHMEHR SCHÖNHEIT WÄRE SCHMERZHAFT
ROTER SALON 24:00 KONZERT+PARTY 2 JAHRE POPMONITOR.BERLIN LIVE! Jeans Team, Popular Damage, My Sister Grenadine, DJs Eckez, Tollwütiger Hund
Vincenz nennt als zweites Bandmitglied Grenadine als Inspiration. Ob es seine Schwester ist weiss ich nicht. Würde ja eher auf Tochter tippen. Aber eine gute Inspiration ist sie sicher. Eine ganz hervorragende sogar. Schon mal Nick Drake gehört? Five leaves left? Oder Bryter Layter? Sehr nah dran, das hier. Spooky Akustik Folk. Und ein sehr, sehr, sehr passendes Review kommt von undertube.de (ich vermute mal ganz stark von Buddy Peer): "Hier hat man das Gefühl, einem Geheimnis auf der Spur zu sein: Es erklingen merkwürdige moll-Akkorde, drängende Pickings, Ukulelen ohne Hawaii, Gitarrenlinien, von denen man nicht weiß, ob sie eigentlich aus Blues, Jazz, Spanien oder Sonic-Youth-Land kommen. Vincenz Kokot verzichtet auf Refrains und klassische Songstrukturen, mit brüchiger, fragiler Stimme entwirft er mal lapidar, mal dicht am Wahnsinn wundervolle Klangszenen von seltsamer Schönheit. Und es wird klar: das Fragmentarische und das Suchende sind manchmal näher und echter als jeder Popsong." Hätte ich nicht besser sagen können, echt nicht. Deshalb belasse ich es mal dabei. Und lasse mir das Konzert zum Geburtstag schenken. Der Vollständigkeit- und Vorsichtshalber möchte ich aber erwähnen, dass danach noch zwei weitere Bands spielen. Weshalb pünktlich kommen diesmal ziemlich wichtig ist. Also nicht zulange vor dem Spiegel rumhängen, Mädels...
FREITAG 27 FEB 2009, ZIEMLICH VIEL SCHÖN HIER
LIVE AT DOT KONZERT Jersey, Bobby Baby
Die ersten Takte. Schön! Bisschen rauschen und knistern. Drumkomputa. Dann eine sanfte Melancholiemelodei. Female Vocals. Lali Puna, hach die waren toll, stimmt. Jetzt noch ne Zweitstimme, nen singender Kerl. Notwistyle. Ok. Nicht neu, aber gut. Im Sinne von, wiegesagt: Schön! Also meinen Segen haben sie. Bobby Baby ist die aus Schawaweden zugezogene Ella Blixt und ich die hab ich neulich schonmal bejubelt. Ganz leise, auch weiblich, auch schön. Und eben innen drin auch noch schedisch Deshalb, vielleicht naturgemäß, poppiger. Heute mit ihrem Berliner Partner Robert unter dem Projektnamen: It`s a Musical. Is aber gar keins. Klingt auch nicht so. Is aber schön. Bzw. weil. Vielleicht schenk ich mir das zum Geburtstag.
DIENSTAG 24 FEB 2009, ARTIKEL MIT VERDAMMT NAHELIEGENDER ÜBERSCHRIFT
MONARCH 20:30 LESUNG VERBRECHERVERSAMMLUNG David Wagner liest aus seinem neuen Buch „Spricht das Kind“ und Christiane Rösinger (Britta) und Andreas Spechtl (Ja, Panik) singen Lieder
Ich soll nicht verkatert Texte schreiben. Ich soll nicht verkaterte Texte schreiben. Ich soll nicht verkatert versuchen Texte zu schreiben. Ich sollte das lieber David Wagner machen lassen. Aber verkatert lesen ist auch nicht leicht. Dabei schreibt er über mir sehr vertraute Dinge. Das neue Kind und wie es das Kind im Vater wieder erweckt. Aber im Gegensatz zu mir, tut er dies wohltuend nüchtern. Lieder von Christiane hören, geht wiederum verkatert total super. Moment, muss mal gerade was suchen... juchu... da isse... die erste Britta "Irgendwas ist immer". Unvergessene Hymnen mit so trefflichen Titeln wie "Ich glaub ich hab ein Faible für Idioten" gefolgt von "Er sah interessanter aus als er letztendlich war" und natürlich dem Titelstück, das für mehrere Jahre der rote Faden durch eine herzzerreissend leidenschaftliche wie anstrengende Beziehung wurde. Weil: mein erstes Date mit Britta hatte ich beim Britta Konzert auf nem Bauwagenplatz in Kassel............ so........ und nachdem ich jetzt die weiteren, eben geschrieben Internas, die wirklich niemand wissen will, wieder zurück ins digitale Nirvana gelöscht habe, komme ich zuguterletzt erneut zu dem Entschluss: ich sollte nicht verkatert Texte schreiben. Aber, oh, eins noch; Ja, Panik sind aus Österreich und haben Satellite of Love gecovert, das ist schonmal symphatisch (trotz des extrem unsymphatischen Pressefotos). Aber die tuen mir ein bisschen weh im Kopf gerade. Ich sollte es echt lassen...
DONNERSTAG 19 FEB 2009, DAS ANLEGEN AN DIE BRUST WILL GELERNT SEIN, JUNGS...
TEXT: CHRISTOPH KLEBERKINGKONGKLUB 22:00 IHR SEID DER VODKA UND WIR DIE ZITZE DJs Dude Plastics vs. Vanillo Cincinatti
Was kann schöner sein als ein wahrlicher Kotzbrocken auf dem Gehweg und sein eigener Fuß der da direkt rein tritt? Wahrscheinlich zu merken, dass neben diesen großen Fleck der Sinn des Lebens in Form eines bunten Daumenkinos vorzufinden ist. Mein Gott, war das schön.
Im Schnee übrigens hat Erbrochenes auf weißen Grund irgendwie etwas harmonisches. Auch wenn der eigene Fuß drin steht. Dabei dieser Geruch nach frischen Kohlrabi. Unvergönnt sei auch diese Vielzahl an Gedanken: Chavez nun forever! Diese Traumschiff-Titelmelodie! All die Kassenbons aus den verschiedensten Kaufhallen! Es passt alles gar nicht zu Mageninhalt der Boden liegt, auf diesen weißen Grund, in deren Zentrum sich ein Schuh erstreckt, Größe 46 2/3. "Dort steckt dein Fuß drin, Christoph", merkte man eigenhändig. All diese Dinge (die überhaupt nicht passen tun) ergeben ein wundervolles Stillleben. Wenn selbst nur für eine paar Bruchteile einer Sekunde. Welch Freude es mir hätte bereiten können diesen Augenblick auf ein Stück Papier festhalten zu können? "Oh welch Winterwelt, oh welch musisches Werk Menschlichkeit", wollte ich laut denken (aber meine Zunge klebte blöderweise in diesem Moment an einem Block Tiefkühlspinat fest).
Aber zu all dieser Schönheit vor meinem Auge gab es auch etwas abgrundtief Hässliches. Ja, selbst die Betrunkenheit unter Neonlicht in einer solchen Nacht kann dies nicht verblenden. -Gerstensaft-, fallen gelassen, auf den Boden. Dort lässt er dann den Schnee nicht mehr weiß erscheinen sondern verfärbt ihn in ein gelblich-braunes, sumpfiges Elend. Das gute Bier draußen in der Kälte, selbst im schnöden Wedding, unweit meiner Haustüre, wird solch Verschwendung betrieben. Oh trauer, nun klang selbst diese erfüllende Traumschiff-Titelmelodie dumpf in meinem Schädel und verursacht Kopfschmerzen. "Scheiße Christoph, das bist du, jawohl wie Scheiße", meinte ich zu glauben. Am liebsten hätte ich mich zu diesem matschigen Häufchen hinunter gebeugt und mit sanften Schlürfen diesen hässlichen Anblick beseitigt. Aber mein Rücken quälte mich mit plagenden Schmerzen.
"Vodka, Vodka" hallte es in die von den Schnee erhellte Nacht. Es war ein leidvolles Hallen. Meine Lippen waren spröde. Das lag wohl daran, daß ich mein Lippenpflegestift verloren hatte. Aber selbst für leidende Klänge von spröden Lippen gab es nur eine Antwort: Leichtes Sodbrennen und entfremdete Melkeimer. Zum Glück stand mein Bett zufällig daneben. Und so konnte die Geschichte noch gut enden.
MONTAG 16 FEB 2009, KOMMSTE MIT? IM LOVELITE IS GANG BANG.
LOVELITE 22:00 KONZERT+PARTY Sebastien Grainger & The Mountains, DJ Wild Zero
Charlotte Roche wurde von den Lesern des FHM-Magazins zur unsexiesten Frau der Welt gewählt; das findet sie selber sicher total lustig und bezeichnend. In schlechten Horrorfilmen sagt niemals nie irgendjemand, in einer langsam seltsam werdenden Situation das, was eigentlich jeder in genau so einer Situation sagen würde, nämlich: "Sind wir hier in nem schlechten Horrorfilm, oder was"? Das ist schade, weil; wäre lustig. Kürzlich wurde herausgefunden, dass unser Planet eigentlich nur ein Abfallprodukt ist. Ein übriggebliebenes Stück Anti-Materie nämlich; das ist super, denn jetzt macht das langsam alles Sinn. Sebastian Grainger war u.a. der Sänger von Death from above 1979; das ist leider schon 'ne Weile her. The Mountains ist die neue Band von Sebastian Grainger; das ist neu, aufregend und Rakete, denn sonst wäre er nämlich allein auf der Bühne mit seinem Fuck Rock. Und das wiederum wäre schade, weil; mit sich selber ficken ist ja (meistens) doof. Für nach dem Verkehr gibts dann noch schön von der Wilden Null fett auf die Zwölf; und das ist letztendlich total praktisch, weil; der hat ja auch die Band besorgt. Macht der übrigens echt oft; gute Bands besorgen... und dass die dann an nem Montag spielen, falls das hier überhaupt irgendwen tangiert, also, da kann er echt nich dafür. Macht aber auch nix, weil; Im Lovelite is eh immer Samstag.
SAMSTAG 14 FEB 2009, NADJA, ALMUT ZIEHT EURE TANZSCHUHE AN, WIR GEHEN WIRBELN
KESSELHAUS 21:00 KONZERT Radio Citizen feat. Bajka, Rogall & The Electric Circus Sideshow feat. Hugo Race & Earl Zinger, DJ M.path.iq
Schwimmen im Groove. Schlittern im Move. Ein Soundtrack für deinen ganz eigenen Tanz. Ein elektronischer und akkustischer und lauter und leiser und wilder und zärtlicher und schöner und hässlicher Dub-Polka-Sumpf-Rock-Party-Zirkus. Herrschaftszeiten macht dit Spass! Noch schnell 'nen paar Namen gedroppt und fertig ist der Bewegungszwang gen Kesselhausen: Poets Of Rhythm, Rockers-Hi-Fi, Steve Moss, Kool Ade Acid Test, Robert Gallagher, Express Brass Band, Micatone, Atomhockey, Nylon, Henry Rollins, Bev Lee Harling, Tony Allen, Sonarkollektiv, Football Under Cover, Nick Cave, Dirt Music, pipapo... Wie die alle damit zu tun haben, findet ihr schon selbst heraus, während Ihr Euch schön die myspacetracks zur Vorfreude im Ohr zerschmelzen lasst und versucht den Arsch dabei auf'm Stuhl zu halten. Uhhh... es wäre wahrlich Big Big Crime nicht dabei zu sein, Baby.
DONNERSTAG 12 FEB 2009, EINEN BAUM NEBEN EIN BUCH PFLANZEN
KAFFEE BURGER 21:00 KONZER The Great Bertholinis, ab 24:00 DONARS SALON DJ Pixie
Wäre die Überschrift nicht zufällig auch der Titel der neuen Bertholini-Platte, ich schwöre Euch, ich hätte ihn für die Überschrift erfunden. Ist doch wie gemacht für die Nacht. Ein Satz der soviel sagt, wie er's nicht tut. Jedenfalls nicht ohne das zugehörige Platteninfo meines Lieblingsplatteninfoschreibers zu kennen. Endlich mal wieder eine Gelegenheit ihn zu zitieren: "...es geht um jemanden, der gelehnt an einen Baum ein Buch lesen will und nicht kann, weil da kein Baum ist, wo das Buch ist. Warum er einen Baum pflanzt, dahin, wo das Buch ist." Schöne Idee, wie ich finde. Aber noch sind wir ja nur beim Titel. Um das Phänomen Bertholini inhaltlich, atmosphärisch und musikalisch zu beschreiben, greift Two Horses mal wieder tief, ganz tief, in die Zauberkiste und ich trete, der Atmung beraubt zurück, angesichts seiner unerschöpflichen Wortgewalt:
"Mit der törichten Beharrlichkeit von Don Quijote belagern die acht Bertholinis das musikalische Wunderland. Die Rücken am hölzernen Kapillar des schattigen Riesen, den Zwicker im Anderland – beobachtend die Scharmützel der Meanies und der Husaren. Und über pfefferminzenem Schlachtenqualm geht andauernd eine grellbunte Sonne auf. Kadenzen des Ostens, hinein gesponnen in polyphones Singspiel, ungefähr so unbritisch britisch, als wäre Manchester eine ungarische Provinz und Bela Lugosi Leadsänger der Monkees. Die hungarophile Philharmonie mit dem Anti-Popstar-Namen, der etwa so unamerikanisch amerikanisch klingt, als würden John Lurie, Roberto Benigni und Woody Allen als Folk-Tanz-Trio inkognito durch China Town tingeln, ist da schon rigoroser. In 41 Minuten verlegen The Great Bertholinis das Epizentrum zeitgenössischer Popularkultur auf den 47. Breitengrad und keinem fällt’s auf – was der eigentliche Verdienst ist." Bumms!
Jetzt nur mal so zum Vergleich; neulich las ich eine Anzeige für die neue Platte von Lilly Allen (die immerhin bestimmt genauso gut saufen kann wie die Bertholinis): "Lily Allen - Albumpremiere! Second Hand Klammotten, zerkratzter Nagellack, Augenringe... alles in allem super stylisch! Hört euch jetzt das neue Album an!" Uhh! Klar! Mach ich sofort!
Wiedemauchsei, die Großen Bertholinis haben letztes Jahr durch einen Zufall bedingt auf meinem Geburtstag gespielt und ich habe getanzt. Lang und schwitzend. Und ich schwöre, DAS passiert wirklich selten. Polka this!
SAMSTAG 31 JAN 2009, MY PERSONAL GUIDO
ROSI'S 23:00 PARTY UNSEREKLEINEWELT Acid Pauli (aka Console, Doxa/Smaul), Erich Lesovsky (Stil Vor Talent/ Keno Rec.), Herr Suess & Herr Sauer (DJ Clementine & R. Crusoe), Peter Nikolai (4augenvoegeln), Klick (Unserekleinewelt), Nils Ohrmann (Unserekleinewelt), Torsten Zarth & Claes (Unserekleinewelt)
Als ich Martin Gretschmann also Console also Acid Pauli das letzte Mal sah, trank er eine Dose Bier. Das war morgens um 5h in der M13. Ich trank Flaschenbier. Mehr erinnere ich nicht. Aber ist das nicht auch genug? Ist dies nicht genau jene kleine Welt um die es hier geht? Mehr fällt mir dazu jedenfalls nicht ein. Keine weitere Ausführung zum Thema Star/Fan oder sowas. Mit sowas muss man ja auch auch aufpassen. Sonst fühlen sich nachher noch die Notwist-Fans getriggert und stänkern an der Leserbriefetheke. Notwist haben ja (für manche) 'nen ähnlich gottgleichen Status wie Oasis. Aber für so nen Quatsch ist kein Platz in unserer kleinen Welt. Da versteht man Familie nämlich noch richtig.
FREITAG 30 JAN 2009, HAPPY GO LUCKY
CASSIOPEIA 23:00 PARTY 4/4 EXPRESS GEBURTSTAGSRAMBAZAMBA DJs Irie Electric (Tresor), Tanith, Jerando (Werkstoffmusik), Oak-Klee, Rafael Gomez, Finemusique, Kotelett (White), Martin Zadak (White)
Wenn man einen Begriff nur oft genug wiederholt wird er zum Bestandteil der Seele, oder so ähnlich. Hab ich mal gelesen. Irgendwo. Finde es gerade nicht. Muss jedenfalls öfter HAPPY sagen. Dringend. Hab gerade nen Hänger. Happy Hänger quasi. Happy. Happy. Happy. Wirkt noch nicht. Happy. Happy. Happy. Na wenigstens ist der happy Text gleich auf ner happy Länge, bei der zumindest mein schlechtes Gewissen happy ist. Happy. Na geht doch. Ich freu mich schon fast wieder aufs nächste Bier. Happy. Happy. Happy. Also: Echter happy Flyer zur happy Feierei am happy Geburtstag. Also: Happy Glückwunsch.
DER BESONDERE TIPP: FREITAG 23 JAN 2009, STECKSTE NICHT DRIN. ODER, WARTE - DOCH.
TEXT: HARALD BERGER
FABRIKLOUNGE 24:00 PARTY STUDIO 54 NACHT Sound: Dude / Light & Bar: Die Disco Crew
Die Schule der Ausschweifungen und die Clubs, ich denke man muß da trennen - zum einen das normale, was halt so passiert, wenn die Nacht am schwärzesten bzw. am hellsten ist, am Ende der Trunkenheit, ich meine, wer hats denn noch nicht gesehen, daß just nebenan am Tresen ein Pärchen rammelt, in völliger Selbst- und Andere-Vergessenheit, ich mein, sich wirklich paart iSv reinstecken und schubidu und nicht nur rumfummeln, und wer, frag ich dich (ja, dich, hihi), fand sich in den ganzen Jahren noch nie mit einer Holden auf einer dieser ekligen Clubtoiletten und das war dann das tollste, war eigentlich ohne Hintergedanken los gegangen (naja), und ein paar Stunden später, lose und flüssig in der Badewanne des Rausches plätschernd, twinkletwinkle.. zwitscherzwitscher.. ups. Passiert, Sex in der Öffentlichkeit, Verlust von Raum und Zeit, egal wo, kann ja überall sein. Dann gibts die Läden, die schaffen eine Halböffentlichkeit der sich darin einig seienden, daß Ausgehen ohne Faktor X ja numa eine ziemlich dröge Sache is, die haben dann entweder kuschelige Nischen, oder Dunkelräume oder sowas, und jeder der reingeht, der weiß Bescheid. Trotzdem sind sie einigermaßen normale Discos. Stufe Drei sind dann die Swingerläden, wo zwar irgendwie Musik und Dj und Licht und so ist, aber die Absicht da reinzugehen, die ist nicht Feierei und vielleicht Dings, sondern ganz sicher Dings, gerne mit ein bißchen Feierei. Klar sind die noch voneinander zu trennen, und es wird auch immer die einen Schuppen für den good clean fun, und die anderen für den better bad fun geben, aber im Großen und Ganzen finde ich, daß sowas wie eine zunehmende Sexualisierung und ein ansteigender pornomäßiger Exhibitionismus in der Klubkultur tatsächlich ist, das wird allgemein immer doller, offener, offensiver, so wie auch (haben wir's gut) die Berliner Damenmode jeden Sommer an den entscheidenen Stellen wieder ein paar Gramm weniger wiegt als noch im Vorjahr. Naja, und im allgemeinen Overcrossing der äh Kulturen war's irgendwie auch zu erwarten, daß die Trennung zwischen Horst & Uschis Bumsbüdchen und Tanzclub immer weiter verschwimmt..
Heute Abend vom Teller - hotfeverige Raritäten, original Studio54 Soundtracks (nicht aus dem doofen Film du Dösel, aus der Disco, Mitschnitte nannte man sowas wohl mal), das ganze slicke, glitschige Ding, Pornomusik und Disco Disco Disco, bei der Studio54-Gedenkmesse, gehalten von Pater Dude Plastics in der Fabriklounge. Bevor Du dahin gehst, um die ganze Nacht knapp bekleidet zu toften Sounds abzuschwoofen, sei dir im klaren darüber: du befindest dich in Kategorie Drei der oben genannten. Nicht, daß du's erst merkst wenn du da drin bist. Oder wer anders in dir drin is. Whoo-ha.
SAMSTAG 24 JAN 2009, NENNEN SIE MICH SNAKE VERDAMMT (KURT "PLISSKEN" RUSSELL IN CARPENTERS KLAPPERSCHLANGE)
ROADRUNNER’S PARADISE 23:00 PARTY NEON RAIDERS Van Raveschot, DJs Panik & Entsetzen (Desaster Disko Berlin!), Matt Sims (Neon Raiders)
Echte Wurzelrocker im Herzen, die Leuchtstoffreiter. Habs doch immer gewusst. Anders lässt sich die neue Lokalität nicht erklären. Cooler Laden jedenfalls. Hat Jana neulich Geburtstag gefeiert. So mit ganzen Automotoren unter der Decke hängend und Reifen als Bühnenabsperrung und so... Demnächst dann vielleicht 'ne Gabba-Revival-Party im Bassy. Ich seh's kommen. Oder die nächste Gegenkultur im King Kong. Und Bob Young veranstaltet jetzt im Wild at Heart, hab ich gehört. Die Globalisierung macht echt vor nix halt. Und genauso clever, wie sicher, wird es immer mehr lustige Berufszusammenschlüsse geben. Da bilden sich dann Kartelle, die so eigentlich keiner erwartet hätte: Schustereien und Käsereien z.B., oder Obduktionszentren und Restaurantketten, GHB-Fabriken und Rettungswagenverleiher, Aussenwandstreicher und Sprühlackhersteller, ...jut, im großen Stil gibt's das natürlich schon: Verteidigungs- und Justizministerien und Waffen/Stahllieferanten etc... oder eben COCK'n'ROLL. Und ELEKTRO/ROCK. Und INDIE/EIER. Wie die NEON/RAIDERS eben. Wir wünschen viel Spass und Erfolg im neuen Zuhause. Van Raveshot (ganz geil, remember UNREST?) werden's schon amtlich zerlegen...
DONNERSTAG 22 JAN 2009, SCHMUTZIGES DREIERPACK ODER: JEDER SCHLUCK EIN SCHNITZEL
KINGKONGKLUB 22:00 KONZERT+PARTY Sedlmeir vs. Der Automat, DJ Dude Plastics
Heute auf der Showbühne: Ein Duell der smarten Männerprofile. Kantenkinn vs. hohe Wangenknochen. Rotz'n'Roll vs. Liedermaching. Elvis Power vs. Funny van Mey. Hard Rock Roboter vs. 24 Std. Hamster. Der Automat, hm... was soll man über einen schreiben, der sich selbst Kommentare auf seinen myspace postet: "16.Jan.2009 12:21 Hallo, hier DER AUTOMAT - find ick jut! Hier meine Adresse: kontaktœderautomat.de". Und Sedlmeir hat 'ne Pressesperre verhängt. Tja, da is echt nix zu machen... kann ich eigentlich nur noch über den Aftershow-DJ schreiben. So nen dicklicher Typ mit blondgefärbten Haaren, der ungefragt und dreist meinen Namen benutzt, peinliche Musik peinlich mit nem Laptop abspielt, dabei 27 Whiskey-Cola säuft, zu seiner eigenen Musik tanzt und ständig nach Kassenschluss noch Kippengeld schnorrt... Eine explosive Mischung möcht' ich meinen. Also, gehet hin und explodiert.
PS: Auf Sedlmeir-Konzerten begrüßt man sich mit Mittelfinger.
DONNERSTAG 22 JAN 2009, DIE HENRY MASKE, DIE
FESTSAAL KREUZBERG KONZERT Jacques Palminger & the Kings of Dub Rock
Jacques Palminger ist verrückt.
Meschugge.
Ballaballa.
Sind ja viele Künstler.
Jacques Palminger hat den Groove, den Swing, den Schubiduh.
Hat nicht jeder.
Jacques ist kongenial und transzendent und phänomenal.
Wie manche.
Jacques Palminger ist Pudel, ist Studio Braun, ist Universal Gonzáles und Hans Fuchs.
Wie sonst keiner.
Jacques war Waltons und Dackelblut, wer hätte das gedacht.
Jacques kann gut mit Worten.
Kann nicht jeder. Oder will.
Jacques und Vorfreude sind ein gutes Paar.
Ich mag Jacques. Und Vorfreude auch.
Wär ich nicht woanners, wär ich da.
Jacques komm doch bitte vorbei. Oder bald wieder.
SONNTAG 18 JAN 2009, ALS ICH MAL FÜR EINEN TAG UWE VIEHMANN WAR
MAGNET 23:00 PARTY OASIS AFTERSHOWPARTY the-oasis.de & Team Recorder DJs
Anno 2003 war mein Promofreund Stephan schon längst durch mit seinem aktivem Oasisdasein. Nix mehr mit Ultra und so. Ich hingegen hatte die noch nie gesehen. Tue mich eh sehr schwer mit dem allermeisten von jener Insel. Und speziell diese Kapelle hat mich nie gejuckt. Im März 03 saßen wir zusammen im gleichen Büro und ich las irgendwo online von Oasis in der Arena und frage S. wieso er noch kein Bier am Hals hätte, es würde ja bald losgehen. Und er: "Nee lass mal. Die brauch keiner mehr. Außerdem viel zu teuer." Da mir das aber wenig überzeugend rüberkam und ich ähnliche Reaktionen von mir selber mit Springsteen kannte, keine Lust mehr zu haben hinzugehen, aber nachher doch ein wenig traurig zu sein, weckte es meinen Jagdinstinkt und ich schlug ihm vor: "Wenn ich uns für ümme reinkriege, gehst du dann mit? Zahlst dann aber auch dass ganze Bier, das ich brauche um es zu ertragen." "Ok. Deal."
Eigentlich überflüssig zu sagen, dass es zwei Stunden vor Konzertbeginn natürlich sinnlos war irgendwelche "Bookerkollegen" anzurufen und nach Gästeliste zu fragen. Zumal ich damals gerade erst anfing mit dem Job und mich eh keiner kannte. Wir fuhren trotzdem hin. Schwarzmarkt-Tickets gab es so gut wie keine (haha) und deshalb auch keinen Überfluss der (manchmal) kurz vor Konzertbeginn verschenkt wird. Aber dann hatte Stephan den Einfall, der uns zwar umsonst reinbrachte, aber in der logischen Konsequenz dazu führte, dass ich ihm das ganze Bier bezahlte. Er spekulierte das Uwe V., Redakteur einer bekannten Musikzeitung, hunderprozentig auf der Liste stehen würde, aber eigentlich wegen irgendeines Auslandtermins oder sowas, nicht in Berlin und beim Konzert sein kann. Also marschierte ich zur Frau am Listenschalter und bat als Uwe V. um meine zwei Karten. Sie grinste mich an und sagt: "Mensch Uwe, ich hab dich aber gaaanz anders in Erinnerung. Viel dünner vorallem." Scheiss Promis, dachte ich, sagte aber, dass wir aus gut unterrichteter Quelle wüssten, dass Uwe nicht kommt (war mittlerweile eh schon 10 Minuten nach Konzertbeginn) und sollte er wirklich draufstehen würden wir ihn angemessen vertreten. Er stand zwar alleine drauf, aber wir bekamen, weil ihr unsere dreiste Art gefiel, sogar beide ne Karte.
Das Konzert in der Arena (bevor sie die neue Anlage hatten), war das übelstklingende Konzerterlebnis ever. Die Band, die lustloseste die ich je sah. Einer dieser Brüder stand fast die ganze Zeit mit dem Rücken zum Publikum. Das Bier aus dem Plastikbecher war immer zu schnell leer und die Schlange an der Theke zu lang. Aber: der Abschluss dieses Trauerspiels war an großartigem Zynismus kaum zu überbieten. Allein für den Lacher am Ende hatte sich alles gelohnt. Oasis verlassen die Bühne, das Licht geht an und von CD ertönt der Rausschmeisser. Ein Lied, das sich alle immer wünschen und das Oasis nicht spielten: "Today is gonna be the day that they're gonna throw it back to you. By now you should've somehow realized what you gotta do. I don't believe that anybody feels the way I do about you now..."
PS: Ich hab mich bei irgendeiner betrunkenen Gelegenheit viel später dann auch mal beim Uwe bedankt.
SAMSTAG 17 JAN 2009, LEBEN LÄSST SICH NUR RÜCKWÄRTS VERSTEHEN, MUSS ABER VORWÄRTS GELEBT WERDEN (SÖREN AABYE KIERKEGAARD)
HAU 1 20:00 KONZERT Matthew Herbert Big Band
Und der Heesters neulich so: „Adolf Hitler, ja Gott, ich kenne den Mann wenig, aber ein Kerl, weißt du, das war er, ein guter Kerl.“ Heesters’ Frau Simone Rethel: „Ja, Jopie, was redest du?“ Heesters: „Was?“ Seine Frau: „Das war doch kein guter Kerl, der Hitler.“ Heesters: „Nun ja, das war er nicht, aber für mich war er nett.“ Seine Frau: „Jopie, Hitler war der größte Verbrecher auf der ganzen Welt! Da kannst du nicht sagen, er war ein feiner Kerl! Was redest du für dumme Sachen!“ Heesters: „Na ja, ich darf nicht mehr sagen, dann ist sie böse mit mir.“
Wieviel Nazi jetzt noch oder wieder oder neuerdings (Altersweisheit und so....) im Heesters steckt, dürfte genauso schwer zu beantworten sein, wie die Frage: Wieviel Prince im Herbert steckt. Go and find out. Also geh zum Herbert nicht zum Heesters. Der hat ja offiziell erklärt, er habe nie ein Parteibuch besessen und möchte mit der ganzen braune Suppe nicht mehr in Verbindung gebracht werden. Matthews Haltung gegenüber Prince ist mir leider nicht bekannt. Aber vielleicht spricht er ja in seiner Plauderstunde am Freitag drüber. So ganz am Rande: "Prince, Jesus, dunno him that much, but he's a Dude, u know, yip, he was a nice guy back then..."
FREITAG 16 JAN 2008, UND WER (AUSSER DEN HOBBYKAPITÄNEN UNTER EUCH) WUSSTE SCHON VORHER, DASS S.O.S. FÜR SAVE OUR SOULS STEHT?
HAU 2 22:00 KONZERT+PARTY DANCING WITH MYSELF Young Marble Giants, DJ Sheila Chipperfield (Elastica), DJ Eric D. Clark
Junge gefühllose Giganten?! YES! Zum zweiten mal in Berlin. Das erste Konzert war 1980 im SO36. Seit 2001 treten sie nun, zu besonderen Anlässen, wieder auf. Etwas besonderes, nicht nur deshalb, scheint Dancing with myself zu sein. Ein Medienfestival im (nu glar) HAU, bei dem es kurz gefasst darum geht, die Musikdarreichung und die eigene Rezeption derselben, im digitalen Zeitalter neu einzuordnen. Dazu jibbet Vorträge von den üblichen Verdächtigen (Meinecke, Diedrichsen, Friebe, Seliger etc...) und Plaudereien von und mit, na ja, den etwas weniger offensichtlichen: Poschardt's Ulf (ex-Vanity Fair, nun WamS, aber auch Autor des Buches „DJ Culture“, eine Kulturgeschichte des Diskjockeys von 1904 bis heute), Mercedes Bunz (ex-Debug und Zitty Scheffin, nun Tagesspiegel online) Matthew Herbert (redet ohne Big Band), Tobias Rapp (Autor von "Lost and Sound - Berlin, Techno und der Easyjetset", sowie Taz Musikredakteur und Dj), Ronny Krieger (beatport), Patrick "größer als Gott" Wagner (Louisville Cheff und (ex?-)Surrogat) und echt noch voll vielen anderen, die ich jetzt nicht nicht nenne, weil sie weniger zu sagen hätten oder noch mehr nerven würden, sondern weil es eigentlich um die L-E-G-E-N-D-E der Young Marble Giants gehen sollte und mir bald die Tinte ausgeht. Deshalb, husch, husch: Gegründet 1978 in Cardiff. Dunkle, analoge, spärlich instrumentalisierte, meist eher ruhige Gitarremusik, trotz ihrer avantgardistischen Basis voller Schönheit. YMG veröffentlichten nur eine einzige Platte (Collossal Youth, 1980) und verschwanden danach still und leise wieder. Zitat wiki: Auffällig viele Musiker bekennen sich zu den Young Marble Giants: Kurt Cobain, Hole, Adam Green, Stereolab, Belle and Sebastian, die Super Furry Animals u.v.a. aber ausgerechnet der Profibassmucker Ken Taylor (mittlerweile festes Mitglied der Peter Maffay Band) beschreibt die Faszination der Band so gut, wie ich es deshalb nicht tue: „Klammheimlich erzeugten YMG mehr Düsternis und Angst als jeder drogenwirre Punk: Alison`s abgeklärter Gesang straft den Herzschmerz von Moxhams Liedern aufs befremdlichste Lügen. Nur diese eine Platte – und man kann Jahre mit der Analyse ihrer Geheimnisse und ihrer todunglücklichen Schönheit vor dem Plattenspieler zubringen.“ Yo Majesty, word!
PS: Am selben Tag, ne Stunde vorher, spielt David Grubbs ne eigene Show. Das hätte locker nochmal nen eigenen Artikel verdient, aber, ähm, Tinte is alle.
DONNERSTAG 15 JAN 2009, DIE WAHRHEIT IST DEM MENSCHEN ZUMUTBAR (INGEBORG B.)
VOLKSBÜHNE 20:00 THEATER GEFÜHLSSACHE REVOLUTION Oratorium (Uraufführung) / Schlacht / Revue Berliner Chöre, Orchester und bekannte Künstler, sowie die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot, der Rapper Gauner, Yuriy Gurzhy, Simon Wahorn, Mad Milian von RotFront, Winnie Böwe und Rummelsnuff; 3. Stock 20:30 HURE nach dem Roman von Nelly Arcan – Karanikolas
Theaterinfos hingegen, sind für den nicht Hochbegabten oder zumindest intellektuell dressierten Kulturgänger oft eher was für's Auge... Nichstdestoweniger, tusch, hier meine Zusammenfassung: Ist die Revolution meine Oma? Besingt meine Oma Ton, Steine und Scherben? Hat Hanns Eisler seinen Ofen noch an? Ist Musik mehr Volk als Kapital? Und warum kann ich keinen sehen, wenn keiner da ist? (Im klassischen Sinne) Proletarische Berliner Chöre und sinfonische Blasorchester tuten die Antworten und blasen direkt aus der Seele des Protagonisten in die Herzen des Auditoriums. Dazu rappen Rapper und snuffen Snuffer. Zitat: Die Revolution im Kampf mit sich selbst. Zitat Ende. Was die Optik der Bühne betrifft habe ich versucht folgende Informationen irgendwie sinnig zu verwursten, habe aber letzendlich kapituliert. Deswegen, nur für euch, ungeschnitten und im Original: "Die Bühne entwirft Andrea Pichl. Wechselnde Großprojektionen von menschenleeren Plätzen auf den Bühnenhorizont sind zu surrealen Konstrukten digital verfremdet. Die Künstlerin zeigt Ausschnitte architektonischer Highlights in Wohnsiedlungen Pariser Banlieues, ergänzt von Darstellungen ruinöser sozialistischer Monumentalbauten aus Osteuropa. So lässt sie den großen Chor und das Orchester vor diesem überdimensionalen Hintergrund zwischen Bühnenraum und ebenso symmetrisch angeordneten Aufbauten aus Baustellenelementen agieren." Wie trefflich dazu, tatsächlich, Havemeisters Ausspruch: "Mut zur Lücke! Arbeit formt alles, außer Schnee!“ Chapeau! Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds...